Chronik
Historie
Kaum ein anderer Ort des Oberlandes hat so viel durch Brandschaden gelitten als gerade Holzkirchen. Wenn also Feuer über Holzkirchen kam, dann war es fast jedes Mal eine Katastrophe. In den 60ziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Freiwillige Feuerwehren in Bayern gegründet. Der Wunsch nach einer Feuerwehr in Holzkirchen existierte schon länger. Ein Brand war dann die Veranlassung, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 10. April 1870 statt, 42 Männer verpflichteten sich mit Handschlag zur aktiven Dienstleistung.
1921 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Holzkirchen ihre erste Motorspritze. Die Entscheidung fiel auf ein fahrbares 4-rädriges Modell einer „Magirus–Benzin-Motorspritze“, die von 4 Wehrmännern, von 2 Pferden oder eines Lastautomobiles bewegt wird. Als herausragendes Ereignis gilt der Brand im Sägewerk und Moralt in Bad Tölz 1924. Die Motorisierung der Feuerwehr begann mit der Anschaffung einer Automobilspritze Magirus im Jahr 1929.
Großbrände in der jüngeren Vergangenheit
10. Dezember 1971, Brand beim Isartaler Holzhaus. Die Lager- und Hobelhalle der Firma Isartaler Holzhaus brannten lichterloh.
12. März 1987, Brand im BayWa Lagerhaus. Ein Brandstifter war am Werk, als die Lagerhalle der BayWa im Holzkirchner Ortszentrum in der Nacht zum 13. März 1987 in Flammen aufging. Das Gebäude, in dem etwa 70 Tonne Kunstdünger gelagert waren, brannte völlig aus. Eine Giftwolke breitete sich in dieser Nacht über Holzkirchen aus.
15. April 1989, Brand in der Sportanlage TENNISELLA. Ein Großbrand vernichtete die Sportanlage „Tennisella“.
19. Oktober1996, Brand Wertstoffzentrum VIVO, bei Lochham. Eine Feuerwehrübung verursachte einen Großbrand. Die Einsatzzentrale alarmierte zur Übung: „Brand auf dem Gelände des Wertstofflagers VIVO“.
14. November 2000 Brand im Supermarkt MINIMAL. Bei diesem Brand entstand ein Sachschaden von 5 Millionen Mark. Das Gebäude konnte nicht gerettet werden, es stürzte teilweise ein.
Unfälle
18. Januar 1985, Massenkarambolage auf der Autobahn A8. An diesem Morgen lag eine tückische Nebelbank im Bereich der Unfallstelle. Ausgelöst von einem Pkw, entwickelte sich die Massenkarambolage auf der Autobahn Salzburg-München. Es verkeilten sich 25 Personenwagen und 7 LKW ineinander. Mehrere Fahrzeuge gingen sofort in Flammen auf. Das Unglück forderte 7 Tote, von denen 5 verbrannt sind.
18. Juli 1975, Zugunglück Warngau
Eines der schwersten Eisenbahnunglücke der Nachkriegszeit forderte am 8. Juni 1975 am frühen Sonntagabend 38 Todesopfer und über 60 meist Schwerstverletzte. Die Eilzüge aus München und Lenggries waren am Bahnübergang der Straße Warngau – Piesenkam frontal zusammengestoßen. Dieses Schadensereignis war wohl ein herausragendes und das mit der höchsten Belastung für unsere Einsatzkräfte in der 150-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen.
1. Juli 1978: Gasexplosion am Oskar von Miller-Platz. Am Oskar-von-Miller-Platz war ein Haus durch eine Gasexplosion völlig zerstört. Leider konnte eine Frau nur tot geborgen werden. Eine weitere Hausbewohnerin wurde mit nur geringen Verletzungen aus dem Schutt befreit.
6. Juli 1984: Flugzeugabsturz bei Unterlaindern. Ein „TORNADO“-Kampfflugzeug der Luftwaffe stürzte während einer Tiefflugübung bei Unterlaindern ab.
18. September 2010 Flugtage Warngau. Zwei Kunstflugmaschinen stießen während eines Formationsfluges in 400 Meter Höhe zusammen. Eines der Propellerflugzeuge konnte notlanden, das andere stürzte in der Nähe des Bahnhofes ab. Der Pilot starb sofort.
Unwetter
1. März 1990: Unwetter Orkan WIBKE. Orkan Wibke brachte Sturm, Regen und Schnee und löste damit ein Chaos in Oberbayern aus. Er hinterließ zerstörte Wälder und abgedeckte Dächer. Zahlreiche Betriebe und Haushalte waren ohne Strom.
12. April 1994: Stromausfall wegen geknickter Strommasten. In der Nacht vom 12. auf 13. April 1994 fiel schwerer Eisregen. Das Eis gefror auf den Stromleitungen. Die Leitungen wurden so schwer, dass die großen Masten das Gewicht nicht mehr halten konnten und umknickten. Vor allem die Hauptstromleitung, die Holzkirchen und die Umgebung mit Strom versorgt, fiel komplett aus. 47 Strommasten waren geknickt. Die Folge war tagelanger Stromausfall mit massiven Auswirkungen auf das öffentliche und private Leben im Ort und in der Umgebung.
21. Mai 1999: Unwetter mit Starkregen „Pfingsthochwasser“. Der Starkregen löste großflächige Überflutungen aus. Besonders betroffen waren die Mangfall und der Tegernsee. Der Pegel des Tegernsees stieg innerhalb von 24 Stunden um rund 100 cm an.
Katastrophenfälle
Am 1. März 2008 löste Sturmtief Emma mit sintflutartigen Regenfällen Murenabgänge in Kreuth und Überschwemmungen im Haushamer Gebiet aus. Gesperrte Straßen, abgedeckte Dächer, Stromausfälle und zahllose umgestürzte Bäume beschäftigten die Einsatzkräfte tagelang.
Am 1. Juni 2013 wurde wegen Starkregen der K-Fall im gesamten Landkreis ausgerufen. Besonders betroffen waren die Orte um den Tegernsee und den Schliersee, sowie die Gebiete an der Mangfall und an der Leitzach. Der Tegernsee erreichte seinen Höchststand bei 2,30 Meter über dem Normalpegel. Zahllose Keller waren voller Wasser, viele Straßen unpassierbar, der Leeberg in Tegernsee drohte abzurutschen.
Die erdrückenden Schneemassen im Januar 2019 veranlassten die Katastrophenschutzbehörde den K-Fall für den Landkreis vom 7.01.2019 bis zum 17.01.2019 festzustellen. Der Ausfall der öffentlichen Verkehrsmittel führte zum Unterrichtsausfall in allen Schulen. Der Schwerpunkt lag im Raum Bayrischzell. Dort wurden überörtliche Katastrophenschutz-Kontingente der Feuerwehr, des THW, der Polizei und der Bundeswehr abgeordnet. Im gesamten Gemeindegebiet konnten zahlreiche Dächer von der Schneelast befreit werden. Das öffentliche Leben im gesamten Landkreis litt schwer unter den Gegebenheiten. Auch im Raum Holzkirchen waren mehrere Gebäude betroffen.


